Kapitel II. Die ältesten Karten

 

6. Sebastian Münster

Der bereits beiläufig erwähnte, um die Schweiz hochverdiente Sebastian Münster wurde im Jahre 1489 zu Ingelheim in der Pfalz geboren, — trat 1505 zu Heidelberg in den Franciscaner-Orden ein, — war Lieblingsschüler Conrad Pellikan's und Johannes Stoffler's, — warf etwa 1525 die Mönchskutte ab, und folgte 1529 einem Rufe als Professor des alten Testamentes und der hebräischen Sprache an die Universität in Basel, wo er sich später einbürgerte (1).

Münster erwarb sich als Orientalist durch seine Grammatiken und Wörterbücher, als Mathematiker durch seine vielfachen Schriften über Sonnenuhren, und als Cosmograph durch seine sofort einlässlich zu besprechenden Arbeiten einen grossen Ruf, — und wirkte überhaupt durch Wort und Schrift in ganz ausgezeichneter Weise, bis er 1552 der Pest erlag (2)