Kapitel V. Spätere Detailarbeiten
Haller erzählt, nachdem er von Wägmann's Luzernerischer Landtafel (1) gesprochen: „Eine andere grosse Landkarte des Lucernergebiets hängt in der Cantzley zu Lucern; sie ist viel richtiger als jene, und verdient wegen der genauen Anzeige der Burgen und Schlösser nebst beigefügten Wappenschildern eine besondere Aufmerksamkeit. Man liest darauf: Mathias Reyz (2) fecit A. 1691. Mein bewährter Freund, Herr von Balthasar, besitzt davon eine ins kleinere gezogene Abzeichnung mit Oelfarben (3) unter dem Titel: Eigentliche Grund- und Abzeichnung der Landschaft des hochl. Cantons Luzern 1733" (4). —
Wer dieser Reyz war, und welche Grundlagen s. Karte besitzt, ist mir unbekannt geblieben, und ebenso wenig konnte ich, trotz mehrfacher Unterstützung (5) etwas Genaueres über den Autor eines unter dem Titel „Lucern Republic und Chatholisches Vorort. Ligt mitten ihn denen schwietzerischen Cantons oder Eydtgnossen, under der Polushöhe von 47 graden. Gezeichnet nach der neuesten Observation A. 1752 durch Franciscus Ignatius Fassbind mit Erlaubniss seiner Oberen" mehrfach vorhandenen Handrisses erfahren, — einzig dass dieser Fassbind aus einem Schwyzer-Geschlecht gestammt habe, aber auch Burger von Luzern gewesen sei.
Was das mir vorliegende, der Ziegler'schen Sammlung entnommene Exemplar der Karte von Fassbind anbelangt, so hält es 82 auf 69 cm., — ist nicht gerade sorgfältig ausgeführt, was aber, wie die vielfachen Fehler in der Ortschreibung, zum Theil Schuld des Copisten sein kann, — scheint aber in Beziehung auf die ganze Anlage gar nicht schlecht zu sein (6), — und gibt, ausser reichem Detail an Ortschaften und Höfen, ziemlich sorgfältig die Formen der Seen, den Lauf der Gewässer, etc., während dagegen die Gebirge kaum angedeutet sind. Eine auf die Karte gezeichnete Boussole zeigt 8° westliche Abweichung, was für 1752 absolut nicht passt, während es dagegen für 1691 ziemlich richtig sein dürfte.
Sollte sich dadurch die Karte von Fassbind als eine Copie derjenigen von Reytz verrathen?