Kapitel VII. Die Höhenmessungen.

 

69. Die hypsometrischen Formeln.

Es würde zu weit führen, wenn ich im Detail nachweisen wollte, wie man nach und nach zu der Ueberzeugung gelangte, dass die von Scheuchzer und s. Zeitgenossen aufgestellten hypsometrischen Formeln (1) etwas strengern Anforderungen nicht genügen, und ich muss mich hier darauf beschränken kurz anzudeuten wie es Deluc, dessen bereits erwähntes Hauptwerk sich zum grossen Theil mit betreffenden Untersuchungen befasst, schliesslich gelang dieselben durch eine wesentlich bessere Formel zu ersetzen.

Empiriker durch und durch bestimmte er theils mit dem schon mehrfach erwähnten Quadranten von Butterfield trigonometrisch, theils durch directes Nivellement die Höhenunterschiede von 15 am Salève bei Genf gewählten Versuchsstationen für s. Barometer, und ruhte nicht, bis er die sowohl an ihnen, als auch auf einigen grössern Alpenreisen erhaltenen Bestimmungen zu deuten und darzustellen wusste, wobei er namentlich s. Vorgängern gegenüber die wichtige Thatsache entdeckte, dass die Lufttemperatur einen bedeutenden Einfluss besitze, und somit in die Formel eingeführt werden müsse (2).

Die dadurch erhaltene Formel ist diejenige, welche wir in der Regel noch jetzt brauchen, — welche aber leider nicht, wie sie sollte, nach Deluc, sondern ganz unrichtiger Weise nach Laplace benannt ist, da Laplace nichts anderes gemacht hat, als dass er, gestützt auf die neuen Ramond'schen Bestimmungen, den Deluc'schen Erfahrungsfactor etwas abänderte (3). Es soll damit natürlich den übrigen grossen Verdiensten von Laplace um die Hypsometrie keinerlei Abbruch geschehen, und so mag noch speciell erwähnt werden, dass Laplace unter Anderm zeigte, dass der besagte Factor strenge genommen auch mit der geographischen Breite und mit der Meereshöhe der Stationen etwas variire.