Kapitel VIII. Die Panoramas und Reliefs.
Der von Micheli auf der Festung Aarburg gemachte Versuch eine Gebirgsansicht zu zeichnen
(1),
wurde nicht nur sehr beifällig aufgenommen, sondern veranlasste bald andere Versuche solcher Art, die namentlich
durch Saussure patronisirt wurden.
Die Einen zogen Rundansichten vor, bei denen die Zeichnung auf eine Horizontalebene
entworfen wird, und der Beschauer sich in den Mittelpunkt zu stellen hat, — die Andern dagegen, entsprechend dem Vorgange von Micheli,
Projectionen auf eine Verticalebene oder vielmehr auf eine verticale Cylinderfläche, in deren
Axe das Auge zu bringen ist, Panoramas im engern Sinne des Wortes.
Die Zeichner bedienten sich bald der einen, bald der andern Methode; doch haben die Panoramas im Verlaufe der Zeit immer mehr und mehr die Rundansichten aus dem Felde geschlagen, und es sind Letztere schliesslich fast nur noch für an Aussichtspunkten fest aufgestellte Orientirungstafeln in Anwendung geblieben (2). —
Unter den Ersten, welche Bergansichten zeichneten, ist der Genfer Bourrit
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zu nennen, der namentlich vielfach für Saussure arbeitete, und ihn, besonders in Betreff der Genauigkeit, ungemein befriedigte.
„Les vues des montagnes que j'ai jointes à leurs descriptions", sagt er in der Einleitung zu s. Reisebeschreibungen,
„ont été dessinées sur les lieux par Mr. Bourrit avec une exactitude que l'on pourrait appeler mathématique, puisque souvent
j'en ai vérifié les proportions avec le graphomètre sans pouvoir y découvrir d'erreur; il a même sacrifié à cette exactitude une partie
de l'effet de ces dessins en exprimant les détails des couches, et en prononçant fortement les contours des rochers." —
Es würde offenbar dieser, halb einer Entschuldigung und halb einer Anklage gleichen Schlussbemerkung kaum bedurft haben,
wenn der etwas später von Hans Konrad Escher
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aufgestellte und noch neuerlich
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ganz in s. Sinne von dem in Sachen durch eigene vorzügliche Leistungen
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so competenten Prof. Albert Heim in den Worten
„Die Aufgabe des Panoramas ist nicht künstlerischer,
sondern rein geographischer Natur; es soll gewissermassen eine auf einen Standpunkt bezogene Landkarte sein, — es soll die Formen
so wiedergeben, dass ich sie leicht erkenne, und soll dabei die richtigen Namen führen, — mehr nicht." ausgesprochene
Grundsatz damals bereits volle Geltung besessen hätte.
Escher selbst, der auf s. vielen Bergreisen von 1792 hinweg bei 900 Gebirgsansichten und Panoramas entwarf, brachte ihn dann
allerdings vollständig zur Anwendung, —
ebenso s. Freund Ebel
(7),
der s. vortrefflichen Schriften, welche die Naturschönheiten unseres Landes zuerst einem grössern Publikum bekannt gaben,
mehrere selbst aufgenommene Panoramas beilegte
(8),
—
und sodann Gottlieb Studer, von dessen Arbeiten unter der folgenden Nummer speciell gesprochen werden soll,
während die betreffenden Leistungen der Müller, Keller, etc. für spätere Abschnitte aufgespart werden
(9).