Kapitel VIII. Die Panoramas und Reliefs.

 

76. Charles Exchaquet.

Zu Court im Münsterthal, wo sein aus Aubonne gebürtiger Vater Jean-Pierre Exchaquet als Pfarrer und Naturforscher lebte, im Jahre 1746 geboren, wird Francois-Charles Exchaquet häufig mit seinem zu Aubonne selbst im Jahre 1742 gebornen Vetter Abram-Henri Exchaquet verwechselt oder zusammengeworfen (1). —

Letzterer, oder also Abram-Henri Exchaquet, der 1781 zum „ Architecte-Ingenieur de L. L. E. E. de Berne dans le Pays de Vaud" ernannt wurde, auch muthmasslich mit dem bei Bel Genannten identisch ist (2), gab 1787 zu Lausanne ein sehr geschätztes „Dictionnaire des ponts et chaussées", und 1800 ebendaselbst einen „Essai sur les moyens de rectifier les jugements que nous portons sur les objets éloignés et sur leurs grandeurs par des opérations trigonométriques" heraus, — diente nach der Unabhängigkeitserklärung der Waadt s. Kanton bis an seinen 1814 erfolgten Tod als „Inspecteur des ponts et chaussées", — und machte sich auch sonst vielfach"verdient. —

Ersterer dagegen, oder also unser Charles Exchaquet, wurde spätestens in den 80er Jahren zum „Directeur-général des fonderies du Haut-Faucigny" gewählt (3), — wohnte längere Zeit in Servoz, — und machte sich namentlich durch mehrere gelungene Versuche in plastischer Darstellung von Gebirgsgegenden bekannt.
So bezieht es sich entschieden auf Charles, wenn Montet erzählt: „On lui doit un relief de la vallée de Chamounix avec la chaîne du Montblanc, fait de bois sculpté et établi sur une petite échelle, lequel est actuellement déposé au Musée cantonal vaudois."

Ebenso war es Charles, der 1788 VII 6 aus Servoz an s. Freund Wyttenbach in Bern schrieb:
„Je travaille actuellement au relief du gouvernement d'Aigle. Cet ouvrage m'occupera pendant longtemps. J'ai reçu de Mr le Capitaine Wild la carte de ce pays (4); elle est très-exacte; je l'ai confrontée sur plusieurs alignements que j'ai pris de divers endroits; tous mes points se sont parfaitement rencontrés avec la carte", —
und es ist dieses Relief, welches noch gegenwärtig auf dem Museum zu Bern aufbewahrt, für sehr correct gehalten, und als vorzüglichste Arbeit unsers Exchaquet betrachtet wird (5).

Noch fast bekannter ist das von Charles Exchaquet 1791 verfertigte, aber lange nicht dem ebenerwähnten gleichwerthige Relief des Gotthards geworden, da man eine von Dunker gestochene und bei D.B. Raetzer in Bern unter dem Titel „Le Mont St Gotthard et les Montagnes et Vallées voisines pris au Sud, d'après un Relief de Exchaquet" ausgegebene Abbildung desselben hat (6), — sowie eine nach dem Relief gezeichnete, und unter dem Titel „Carte pétrographique du St Gotthard par Exchaquet, Struve et Van Berchem. 1791" theils separat ausgegebene, theils von Mechel 1795 dem Schriftchen „Itineraire du St Gotthard" beigelegte Karte von 51 auf 42 cm., welche im Detail nicht ohne Verdienst ist, durch Schraffuren das Relief wenigstens etwas hervortreten lässt, und nach der Anlage etwa die Mitte zwischen Scheuchzer und Spescha hält (7). —

Charles Exchaquet muss bald nach Vollendung dieses Relief gestorben sein, da Saussure in dem 1796 ausgegebenen 4. Bande s. Reisen (8) bereits von „feu M. Exchaquet" spricht.

Genaueres habe ich nicht erfahren können; dagegen habe ich noch mitzutheilen, dass man nach Ebel zur Zeit in Genf und Lausanne ein in Porcellan-Erde gemodeltes „Relief du Pays de Vaud, depuis Granson jusqu'au Montblanc, et depuis le Fort de l'Ecluse jusqu'à Sion en Vallais, par Exchaquet" zum Preise von zwei Carolin kaufen konnte, — also muthmasslich ebenfalls eine Arbeit von unserm Charles Exchaquet.