Kapitel XII. Die Arbeiten der französischen Ingenieure.

 

104. François-Joseph Delcros.

Zu Florenz, wo damals seine aus Frankreich stammenden Eltern lebten, im Jahre 1777 geboren, trat François-Joseph Delcros frühe, aber nichts destoweniger mit tüchtiger Vorbildung, in das Corps der Ingénieurs-Géographes, und wurde 1803 zu der sofort näher zu besprechenden Vermessung nach der Schweiz beordert, wo er sich durch gute Formen, allgemeine Bildung und seltene Tüchtigkeit in s. Fache schnell allgemein beliebt machte. Auch er gewann dieses Land lieb, und besuchte es noch später wiederholt, sei es um einer Versammlung der Schweiz, naturf. Gesellschaft beizuwohnen, welche ihn 1823 zum Ehrenmitgliede aufnahm, — sei es um in den Alpen hypsometrische Bestimmungen vorzunehmen.

Für Letztere hat er sich auch dadurch Verdienste erworben, dass er sich der nach dem Tode von Fortin in Frankreich etwas vernachlässigten Construction der Reisebarometer annahm, indem er theils Ernst (1) zu derselben anleitete, theils eine „Description des baromètres à niveau constant et à niveau variable. Paris 1841 m 8" publicirte. Als Geodæte war Delcros auch noch in den 10er und 20er Jahren bei den grossen Operationen, die damals zur Grundlage einer neuen Karte von Frankreich unternommen wurden, vielfach bethätigt, und dirigirte namentlich die Messungen längs des Meridianes von Sédan bis gegen Marseille hin, — und würden s. Rathschläge bei der durch Laplace präsidirten Vermessungs-Commission mehr Gehör gefunden haben, so hätten sich schon damals neuere Instrumente und Darstellungsmethoden in Frankreich eingebürgert (2).

Ich füge zum Schlusse noch bei, dass Delcros 1865 zu Marboué (Eure-et-Loire) mit dem Nachruhme eines der liebenswürdigsten Gelehrten seiner Zeit verstarb.