Kapitel XIV. Die Reisekarten und die neuern Panoramen.
Dem Maler Theodor Wocher im Jahre 1758 zu Säckingen geboren, und theils durch ihn,
theils während eines längern Aufenthaltes, welchen s. Vater mit ihm in Bern machte, durch Aberli,
ebenfalls zum Künstler ausgebildet, hatte Marquard Wocher in spätem Jahren den
guten Gedanken zu versuchen in ähnlicher Weise, wie schon 1787 Robert Barker
eine Rundansicht von Edinburgh gemacht hatte, eine Rundansicht oder ein sog. Diorama der
Alpen auszuführen:
Er malte von 1810 bis 1815 auf eine Leinwand von 125½ Fuss Länge auf 25 Fuss Höhe mit
Oelfarbe ein Panorama von Thun, — stellte dasselbe 1815 in einem eigens dafür construirten
Rundgebäude zur Ansicht aus
(1),
und hatte damit grossen Erfolg, da der in der Mitte, stehende Beschauer sich förmlich in die Alpenwelt
versetzt glaubte. Ob Wocher später sein Diorama auch in Basel, wo er 1825 starb, aufstellte,
oder was das spätere Schicksal s. Kunstwerkes war, habe ich nicht erfahren können
(2). —
Ein Nachfolger von Wocher war Hauptmann Ludwig Meyer in Luzern
(3),
dessen wohlgelungenes Rigi-Diorama noch gegenwärtig daselbst in der Nähe des Gletschergartens
zu sehen ist. Bei Erstellung desselben war ihm als junger Anfänger der Landschaftsmaler
Georg Meyer von Flaach behülflich
(4),
der sodann in den Jahren 1861 bis 1868 für sich selbst, und gestützt auf neue Aufnahmen
und Studien, ein entsprechendes, aber noch viel vollkommneres Werk erzeugte, das lange
Jahre in Zürich ausgestellt war, und schliesslich durch Herrn Schoch von Fischenthal angekauft wurde.
In Beziehung auf Letzteres sagte Heim mit Recht: „Da vergisst man buchstäblich, dass man
nicht auf dem Rigigipfel steht."
Von Hauptmann Meyer bleibt noch zu erwähnen, dass er auch verschiedene Orientirungstafeln mit toposkopischer Vorrichtung construirte, und eine entsprechende Rundzeichnung „Panorama des Luzerner-See's, vom Schweizerhofkai in Luzern aus aufgenommen vermittelst L. Meyer's neuem topographischen Zeichnungsapparate" lithographiren liess.