Kapitel XVII. Die zweite Commissionssitzung und die Basismessungen.
Während die Basis bei Zürich nur als Verificationsbasis betrachtet, und nur darum in erster Linie nachgemessen wurde, weil die Brauchbarkeit des Apparates geprüft und das Personal eingeschult werden sollte, so war hingegen diejenige bei Aarberg zur eigentlichen Grundlinie des ganzen schweizerischen Dreiecksnetzes gewählt, und somit ihre Nachmessung von ganz besonderer Wichtigkeit.
Diese Nachmessung wurde 1834 IX 20 — XI 11 mit der grössten Sorgfalt ausgeführt, und zwar wieder von Eschmann mit seinen beiden frühern Gehülfen Wild und Wolf, von welchen jeder dieselbe Arbeits-Parthie übernahm, die er bei der Probemessung besorgt hatte; Buchwalder und Trechsel wohnten der Einleitung der Arbeit bei, und kamen später noch wiederholt zur Inspection, ohne ein bestimmtes Pensum zu übernehmen.
Nachdem IX 20 in früherer Weise die Messstangen mit den Toisen verglichen worden waren, wurde IX 22 die von Tralles zur Bezeichnung des Anfangspunktes s. Basis zwischen Aarberg und Walperswyl eingegrabene Steinsäule recognoscirt, und in gutem Zustande befunden, — mit einziger Ausnahme, dass die von ihm im Centrum eines die Mitte der Säule bezeichnenden, kreisrunden Bohrloches in Blei eingesetzte Stahlspitze fehlte, und nun eine neue eingekittet wurde, was aber durch Buchwalder eigenhändig geschah und ohne die mindeste Unsicherheit geschehen konnte (1).
Am gleichen Tage wurden nach der bei Zürich befolgten Methode noch die ersten zehn Stangen gelegt,
— an folgenden Tagen durchschnittlich 56 Stangen,
— im Maximum am 9. November 104 Stangen,
— am 10. November oder am 40sten wirklichen Messungstage die 2232ste und letzte Stange.
Ungefähr in der Mitte der Basis wurde, um für alle Eventualitäten gesichert zu sein, ein Versicherungsstein eingesetzt, für dessen provisorische Distanz vom Anfangspunkte sich 20089 Pariserfuss ergab. Ferner wurden XI 11, oder also am Tage nach Beendigung der Messung, die sämmtlichen Stangen neuerdings mit den Toisen verglichen, wobei sich das unerwartete Resultat ergab (2), dass jede der drei fortwährend gebrauchten Stangen, muthmasslich durch eine mit der Zeit langsam fortschreitende Einbiegung, um nicht volle 3/100 Pariserlinien kürzer geworden war, während die ungebrauchte Reservestange ihre frühere Länge behalten hatte.
Es war somit angezeigt für die Berechnung der Basislänge als Stangenlänge je das Mittel aus den durch die beiden Vergleichungen erhaltenen Werthen zu nehmen, und so wurde Erstere nach Reduction auf 13° R. gleich 40187,994 Pariserfuss gefunden, während Tralles 1791: 40188,347 und 1797: 40188,542 je bei 15°,2R. erhalten hatte (3), — und nach Reduction auf den Meeresspiegel definitiv zu
![]() |
angenommen. Letztere, den „Ergebnissen" entnommene Zahl, findet sich auch schon in dem 1837 von Dufour erstatteten Berichte, und ausserdem fügte er noch bei:
„Disons de suite que, pour en constater l'exactitude, les Ingénieurs français l'ont, de leur côté, déterminée géodésiquement par un enchaînement de triangles partant d'Ensisheim en Alsace, et l'ont trouvée de 13053,78 par une première opération, et de 13053,72 par une seconde. La mesure directe se trouvant entre ces deux nombres, à 0m,04 de l'un en moins, et à 0m,02 de l'autre en plus, on voit combien elle est exacte et quel degré de confiance mérite cette mesure." (4)
Zum Schlusse mag noch angeführt werden, dass Eschmann aus der für die Aarberger-Basis gemessenen Länge
auch trigonometrisch diejenige der Zürcher-Basis ableitete, und dafür 3359m,93, also 0m,33 weniger
fand als die directe Messung ergeben hatte,
— eine Differenz, von welcher ein Theil auf die 14
Verbindungsdreiecke fallen mag, wohl aber der grössere Theil auf jene directe Messung, bei der die
Beobachter noch nicht eingeübt gewesen waren, und die überdiess auch durch ungünstige, die Arbeit
oft unterbrechende Witterung gelitten haben mochte.