Kapitel XXIV. Schlusswort.
Resümiren wir das im Vorhergehenden nach historischer Folge und Entwicklung im Detail Mitgetheilte, so finden wir dass die Schweiz im Laufe von drei Jahrhunderten, statt der in allen Beziehungen noch so höchst unvollkommenen Landtafel von Tschudi, die sowohl nach ihren mathematischen Verhältnissen als nach ihrer Terraindarstellung, wenn auch natürlich nicht absolut vollkommene, immerhin doch allen nur irgendwie billigen Anforderungen gerecht werdende topographische Karte erhalten hat, welche wir, wenn wir derselben Einen Namen beilegen wollen, als die von Dufour zu bezeichnen gewohnt sind, und welche, was noch wichtiger ist, in jeder Hinsicht den Vergleich mit den besten Karten unserer grossen Nachbarländer nicht zu scheuen braucht,
— dass wir uns ferner des langen und nichts weniger als geraden Weges, der uns von jener Landtafel bis zu dieser Karte führte, nicht zu schämen und dabei nur in untergeordneter Weise mit den durch momentane Ungunst der Zeiten veranlassten Störungen , zu rechnen haben, da die durch ihn repräsentirten Entwicklungsstufen nothwendig waren, und so auch von allen andern Völkern in entsprechender Weise durchlaufen werden mussten, obschon sie zum grossen Theil ein viel leichteres Spiel hatten als wir in unserm Gebirgslande,
—ja dass wir gerade den für uns unerlässlichen Umwegen eine Reihe von Nebenproducten, wie die Reliefs, Reisekarten und Gebirgsansichten, verdanken, welche wir trotz unserer, sie gewissermassen umfassenden und entbehrlich machenden topographischen Karte noch jetzt nicht gerne missen würden, da sie anschaulicher und lesbarer sind, als sie und die, wenigstens bis jetzt gemachten Auszüge aus ihr. —
Ein zweites, nicht weniger bedeutendes, wenn auch dem grossen Publikum etwas ferner liegendes Resultat liegt darin, dass durch dieselben Arbeiten, welche die nöthige Grundlage zur befriedigenden Darstellung unseres Landes geliefert haben, auch die in demselben auftretenden mathematischen Verhältnisse festgelegt worden sind,
— dass die so lange bestehende Unsicherheit über die gegenseitige Lage der verschiedenen Punkte nach Länge, Breite und Höhe mehr und mehr verschwunden ist, und nach Abschluss der gegenwärtigen Arbeiten gänzlich beseitigt sein wird,
— dass durch deren Fixirung unser Land den von ihm zu erwartenden Beitrag zu der nur auf internationalem Wege erreichbaren Lösung von Aufgaben der höhern Geodäsie liefern kann, deren wissenschaftliche Bedeutung Niemand in Frage stellen wird, und deren praktische Wichtigkeit schon jetzt zum mindesten als sehr wahrscheinlich bezeichnet werden kann.
— und dass dadurch überhaupt präcise Grundlagen geschaffen sind, auf welche wir und die nachkommenden Geschlechter weiter bauen können.